NABU-Euskirchen.de Natur erleben Aktuelles

Zugvögel machen Winter-Urlaub im sonnigen Süden

Die Hauptursache für den Vogelzug liegt im jahreszeitlichen Wechsel des Nahrungsangebots.

Foto:Die Mauersegler haben uns schon Ende Juli verlassen

von Günter Lessenich

Kreis Euskirchen - Mit deutlich niedrigen Temperaturen, kündigt sich allmählich  der Herbst in Deutschland an. Der Herbst als eine der vier Jahreszeiten, ist die Übergangszeit zwischen Sommer u. Winter. In den gemäßigten Zonen ist er die Zeit der Ernte und des Blätterfalls.

Jahr für Jahr kehren unsere gefiederten Sommergäste  aus dem Süden kommend im Frühling in unseren Breitengraden um ihre Nester zu bauen. Wenn die Vogelkinder flügge sind, müssen so manche Arten schon wieder an ihre weite Reise in den Süden denken. Mit zu den ersten zählt der Mauersegler.Sie haben uns bereits schon Ende Juli verlassen.

Jetzt im Herbst beginnt die große Reise der Zugvögel. Auf den Tausende Kilometer langen Weg machen sich Störche, Schwalben, Kraniche, Enten und noch viele hundert Arten mehr.

Im Winter finden sie keine Nahrung mehr

Foto: Eine Junge Mehlschwalbe wird aus der zweiten Brut vom Elternteil gefüttert. In wenigen Tagen ist sie Flügge und bereitet sich mit ihren Artgenossen auf die große Reise in den Süden vor.

Warum wandern Zugvögel ?
Insektenfressende Vögel wie Schwalben, Grasmücken & Co können im Winter bei uns nicht überleben, nicht wegen der Kälte, sondern weil sie zu dieser Jahreszeit keine Nahrung finden. Den Vögeln machen die niedrigen Temperaturen an sich nichts aus, doch Mücken, Fliegen und Schmetterlinge können bei Kälte nicht überleben. Um aber weiterhin Nahrung zu finden, wandern Zugvögel im Herbst in südlichere Gegenden. Die Vögel finden dort zu der Zeit ein Überangebot von Insekten vor und deshalb kann man sich die Frage stellen, warum die Zugvögel im Frühling zu uns zurückkehren.

Die Erklärung ist einfach: Im Norden gibt es im Sommer ebenfalls ein Überangebot von Insekten und da die meisten Insektenfresser im Herbst des vergangenen Jahres abgewandert sind, ist zu diesem Zeitpunkt die Nahrungskonkurrenz ziemlich gering. Vögel die im Frühling wieder in den Norden fliegen, finden hier genügend Nahrung, um selbst zu überleben und um ihre Jungen großzuziehen. Auch haben Insektenfresser im Norden weniger Feinde als im Süden. Um hiervon zu profitieren, müssen Zugvögel allerdings zweimal im Jahr die Strapazen und Gefahren einer langen Wanderung auf sich nehmen.

Wegzug der Zugvögel ist voll im Gange

Foto: Jetzt sieht man junge Mehl und Rauchschwalben auf noch vorhandene alte Antennen sitzen.  Bald fliegen sie fort in ihr Winterquartier.

 Für alle Brutvögel ist Ende September die Brutsaison zu Ende. Der Wegzug der Zugvögel ist jetzt im vollem Gang. Durchzügler lassen sich fast überall beobachten, Insektenfressende Singvögel vor allem morgens in den Büschen. Im September sammeln sich die Schwalben als sichtbares Zeichen des bevorstehende Vogelzugs zu großen Schwärmen.

Gelegentlich findet sich jetzt noch das eine oder andere Nest der zweiten Brut der Mehlschwalben mit Jungvögel, die in einigen Tagen auch das Nest verlassen. 

 

 

 

 

 


Schließen