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Mildes Winterwetter zeigt Auswirkungen auf das Zugverhalten einiger Zugvögel

Foto: Hausperling führt  bundesweit auf der Rangliste der Stunde der Wintervögel

13. Januar 2018

Berlin-Düsseldorf-Kreis Euskirchen - Die Zwischenbilanz der achten bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ zeigt: Der vergangene Winter mit den sehr geringen Vogelzahlen war offenbar eine Ausnahme. „Von den meisten Arten wurden bei der Stunde der Wintervögel in diesem Jahr wieder ähnlich hohe Zahlen gemeldet wie im langjährigen Durchschnitt“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die besonders geringen Vogelzahlen vom Vorjahr waren also ein Ausreißer und haben sich zum Glück nicht wiederholt.“ Allerdings sei die Zahl der gemeldeten Wintervögel pro Garten im langjährigen Trend leicht rückläufig. „Nach den bisherigen Zwischenergebnissen wurden in diesem Jahr knapp 39 Vögel pro Garten gesichtet. Bei der ersten Zählung 2011 waren es noch 46. Im vergangenen Jahr waren es jedoch sogar nur 34 Vögel“, so Miller.

Bundesweit über 80.000 Teilnehmern, die ihre Sichtungen aus über 50.000 Gärten und Parks dem NABU und seinem bayerischen Partner LBV gemeldet haben, deutet sich erneut ein Rekord an. Dies gilt ebenfalls für Nordrhein-Westfalen. Hier nahmen bisher rund 20.000 Vogelfreunde teil und meldeten eine halbe Million Vögel aus mehr als 14.000 Gärten.

Zugvögel überwintern in Deutschland

Foto: Hausrotschwanz, bundesweit 2948 Mal bei der Vogezählung gesehen

An den bisher erfassten Meldungen zeigen sich Auswirkungen des milden Winters auf das Zugverhalten einiger Teilzieher. „Wie im Vorjahr blieben Stare und Heckenbraunellen vermehrt bei uns. Auch eigentliche Zugvögel wie Bachstelzen, Hausrotschwänze und Zilpzalpe wurden deutlich häufiger gemeldet als sonst“, so Heinz Kowalski, Vogelschutzexperte des NABU NRW. „Durch die milden Winter der vergangenen Jahre können diese Arten vermehrt in Deutschland erfolgreich überwintern. Gleichzeitig ließen sich Meisen, Finken und Eichelhäher diesmal nicht davon abhalten, aus dem Norden und Osten zu uns zu ziehen. Bundesweit mildes Wetter reicht allein also nicht aus, um eine geringe Zahl an Wintervögeln in den Gärten vorherzusagen. Auch Faktoren wie das Angebot an Baumsamen im Wald, das Wetter in anderen Teilen Europas sowie Vogelkrankheiten und der Bruterfolg der jeweiligen Art im vorausgegangenen Frühjahr und Sommer spielen eine Rolle.“

Zurzeit liegt die Kohlmeise in NRW vor Haussperling, Blaumeise und Amsel.

Foto: Die Amsel hatte in  2017 insbesondere in NRW mit einem erneuten Ausbruch des Usutu-Virus zu kämpfen, was den deutlichen Bestandesrückgang erklärt

Bundesweit ist der Haussperling mit im Schnitt 5,7 Exemplaren pro Garten wieder der am häufigsten gemeldete Vogel. Die Kohlmeise (5,3) hat den Abstand zur Spitze wieder verkleinert. In diesem Jahr hat sie den Titel der am weitesten verbreiteten Art ergattert. In 96 Prozent aller Gärten und Parks wurde sie gesichtet und verdrängt damit die Amsel als bisherigen Spitzenreiter. In Nordrhein-Westfalen hat sich die Kohlmeise mit durchschnittlich 4,7 beobachteten Exemplaren pro Garten sogar wieder an die Spitze gesetzt und den Haussperling (4,0) auf Platz 2 verdrängt. Hier macht sich nach wie vor die geringe Zahl beobachteter Spatzen in den Großstädten NRWs sowie im Ruhrgebiet (1,0 - 2,4) deutlich bemerkbar. Es folgen in NRW die Blaumeise auf Platz 3 und die Amsel auf dem vierten Platz. Zur Stunde der Wintervögel 2017 noch auf Platz 2 hatte die Amsel in 2017 insbesondere in NRW mit einem erneuten Ausbruch des Usutu-Virus zu kämpfen, was den deutlichen Bestandesrückgang erklärt.

Zwischenstand im Kreis Euskirchen

Foto: Die Mönschgrasmücke wurde im Kreis Euskirchen 4 Mal gesichtet

Bei den Teilnehmerzahlen bei der Stunde der Wintervögel im Kreis Euskirchen  geht es  weiter nach oben. Mit bis zum heutigen Samstag (13.01.) waren es 523 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde (7.1.  378 )  die dem NABU Ihre Zählergebnisse gemeldet haben.

Aus 372 Gärten wurden 17142 Vögel gezählt,  69 Vogelarten wurden gesichtet. Auf Rang 1 der Hausperling mit 2894 Zählungen, die Kohlmeise mit 2112 Zählungen auf Rang 2 und die Blaumeise mit 1820 Zählungen auf Rang 3

Wie wir schon kürzlich berichteten,  sind in diesem Winter besonders viele Kurzzieher erst gar nicht in ihr Winterquartier losgeflogen. Hausrotschwanz (19), Mönchsgrasmücke (4) und Zilpzalp (7) wurden von den Vogelzähler im Kreis Euskirchen gesichtet.

Die Zwischenergebnisse der einzelnen Vogelarten aus dem Kreis Euskirchen können Sie hier auf einer Liste nachlesen.

Beobachtungen können noch bis 15. Januar online oder per Post (NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin) gemeldet werden.

Die Endauswertung der Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ ist für Ende Januar vorgesehen.

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