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Wildbienen ein zu Hause geben

Foto: Die gehörnte Mauerbiene    Durch anklicken können die Fotos vergrößert werden!

Eine der auffälligsten Wildbienen, die wir hier im Frühling beobachten können, ist die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta). Im zeitigen Frühjahr (Anfang bis Mitte März)  durch die wärmenden Sonnenstrahlen und die zunehmende Tageslänge geweckt, verlassen die Männchen ca. 8 bis 10 Tage früher als die Weibchen ihre schützende Brutzelle, in der sie den Winter als fertiges Insekt verbracht haben. Die bereits vor den Weibchen aktiven Männchen finden sich bevorzugt an den Nistplätzen ein und erwarten hier das Erscheinen der weiblichen Partner.

Die Gehörnte Mauerbiene ist eine der auffälligsten Wildbienen des Frühlings. Während bei den hummelartigen Weibchen (12–16 mm) der Körper tiefschwarz und der Hinterleib rostrot bepelzt sind, kann man die etwas kleineren Männchen leicht an ihrer weißen Gesichtsbehaarung erkennen. Nur die Weibchen haben am Vorderkopf zwei kleine, zwischen den Haaren versteckte Hörnchen (daher der deutsche sowie wissenschaftliche Artname).

Ihre Nahrungspflanzen sind hier dementsprechend Frühjahrsblüher, wie die Schneeheide (Erica carnea) aber auch die gelben und lila Krockusse (Crocus) werden als erste Nektarquelle eifrig beflogen. Sowohl in der Eigenversorgung mit Nektar als auch in der Wahl ihrer Pollenquellen für die Versorgung der Brut ist die Art aber nicht wählerisch.

Um diese Tiere in den eigenen Garten zu locken und sie auch dort zu halten, gibt es unterschiedlichste Hilfsmittel; zunächst sollten heimische Wildblumen den Garten zieren - je mehr Blumenarten, desto mehr verschiedene Insekten werden angezogen. Auch Insekten müssen trinken: flachrandige Vogeltränken oder das hineinlegen von Steinen, die aus dem Wasser schauen, schaffen hier 'insektentaugliche' Zugänge.

Ein Insektenhotel wird gerne von den Mauerbienen angenommen

Foto: Ein selbst gebasteltes Insektenhotel

Ihre Nester baut die bevorzugt in Gärten und Parkanlagen lebende Wildbiene in vorhandenen Hohlräumen diverser Art, z. B. in Mauerritzen, in Löchern im Verputz, in Abflussröhrchen von Rollläden und in Ritzen von Fensterrahmen, stellenweise auch in Vertiefungen von Mauersteinen. Die Mauerbienen nehmen sehr gerne künstliche Nisthilfen wie ein Insektenhotel an.

Die Weibchen beginnen nach der Paarung schon im März oder Anfang bis Mitte April mit dem Nestbau. Ihre Flugzeit endet in der Regel Mitte Mai, so daß ihnen 4–6 Wochen für die Erzeugung von Nachkommen bleibt. Die Männchen beteiligen sich nie am Brutgeschäft.

Verschiedene Nisthilfen an Mauern anbringen

Foto: Wer Platz hat, kann eine ganze Mauer mit verschiedenen Nistangeboten für mehrere Arten anlegen.

Wer diesen Insekten hilft, muss keine Stechattacken befürchten. Die Tiere sind harmlos und friedlich, selbst in Terrassennähe angebrachte Nistkästen, Holunder- oder Schilfbündel stellen keine Gefahr dar.
Im Gegenteil: In Ruhe kann man das Treiben beobachten, wenn die Bienen Baumaterial, Nahrung und Lehm zum Verschluss ihrer Brutröhren eintragen.

Sehen Sie auch den Film "Zimmer frei für Wildbienen & Co"

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