NABU-Euskirchen.de Forum Ornithologie Veranstaltungen 2017

Ausflug in die Kultur und Naturgeschichte des Rotbachtals

NABU Veranstaltung war wieder gut besucht

ein Bericht von Uwe Wedegärtner

Am 30.4.2017 veranstaltete der NABU Euskirchen einen Ausflug in die Natur- und Kulturgeschichte des Rotbachtals zwischen Eicks und Schwerfen. Start und Endpunkt der Exkursion waren am Bauerncafe Zehntscheune in Eicks. Hier gab Hubert Misgeld einen kurzen Einblick in die Kulturgeschichte des Ortes Eicks mit seinem, weit über die Grenzen der Gemeinde bekannten Wasserschloß mit Zehntscheune, der Geschichte und Geschichten.

Foto: Viele Vgelarten konnte man bei de Wanderung  beobachten, wie hier der Bluthänfling

Entlang des Rotbaches und seines Zuflusses, des Mehlenbaches (Mühlenbach) bis zur Eickser Mühle, konnten die Teilnehmer zahlreichen Vogelstimmen lauschen und sie auch zuordnen, zum Beispiel Blau- und Kohlmeise, Heckenbraunelle, Fitis und Zilpzalp, Ringeltaube, Amsel, Singdrossel und weiteren. Nahe der Eickser Mühle konnte Klaus Herrmanns anhand von geologischen Karten auf die Besonderheiten des Rotbachtales und der Voreifelregion hinweisen. So treffen im Rotbachtal zwei geologische Schichten  aus Kalkstein und Buntsandstein aufeinander und bilden eine Bruchlinie, die die besondere Ausformung des Tales prägt. Im weiteren Verlauf der Exkursion konnte Markus Körfer anhand einer der wenigen verbliebenen Ulmen im Tal zeigen, wie der Verlauf einer Virus-Krankheit zum Starken Rückgang der Ulmen und deren gebietsweisem Aussterben geführt hat.

Foto: Die Wanderung führte durch offenen Landschaften

Immer wieder begleitet von bekannten und teilweise weniger bekannten Vogelstimmen, ging es weiter zu den Weingärtener Höfen durch immer offenere Landschaften und den damit verbundenen Veränderungen der Flora und Fauna. An den Weingärtener Höfen gab es im Mittelalter tatsächlich Weinbau, daher auch der Name. Und angeblich gibt es immer noch verwilderte Rebstöcke aus dieser Zeit an den Hängen. Renate Lehminger-Mertens beantwortete Fragen der Teilnehmer zu den verschiedenen Wildpflanzen entlang des Weges und ihren teilweise raffinierten Bestäubungsstrategien für Insekten. Fragen zur Natur- und Naturschutzgeschichte des Tales konnten immer von Franz-Josef Henkenmeier und Hubert Misgeld beantwortet werden. Fragen zu Vogelstimmen und –beobachtungen wurden von Edgar Mertens und anderen anwesenden Hobby Ornithologen beantwortet. Weiter zur Rotbachfurt stellte Franz-Josef Henkenmeier die Auswirkungen der durch Menschen gemachten  Veränderung der Bachfurt auf den Fischbestand und seine Wanderungen im Rotbach dar. Sehr eindrucksvoll konnte der Wasserstand nach dem Juli-Hochwasser 2016 und seine Auswirkungen dargestellt werden. Die Veränderungen hin zur offenen Feldflur in Richtung Schwerfen wurden immer deutlicher, auch dadurch, dass immer häufiger der Gesang der Goldammer zu hören war, einem Vertreter der Vogelarten, die typisch für Feldflure und Heckenlandschaften sind.

Foto: Ein deftiges Frühstück, oder Kaffee und Kuchen hatten sich die Teilnehmer nach der Wanderung verdient

Am Wendepunkt, der ehemaligen Hutfabrik in Schwerfen, richtete sich der Weg der Teilnehmer über die offene Feldflur wieder zurück Richtung Eicks, nicht ohne viele Erklärungen zu den Pflanzen und Vögeln entlang der Route. Am Bauerncafe in Eick fand die Exkiursion nach über 3 Stunden ihren Abschluss, für einige Teilnehmer mit einem deftigen Frühstück oder bei Kaffee und Kuchen. Nach einhelliger  Meinung der Teilnehmer war es eine gelungene und schöne Exkursion bei bestem Wetter, mit einem gewissen Suchtfaktor für diese Landschaft.

Ein Dank geht vor Allem an den dem Leiter Hubert Mißgeld und allem Mitwirkenden, die das Rotbachtal zwischen Eicks und Schwerfen in seiner Geologie, Kulturgeschichte und Natur erklären konnten, und vor allem den Teilnehmern, die durch Ihre aktive Teilnahme die Unterschiede zwischen Mitwirkenden und Teilnehmer verschwimmen ließen.

Sehen Sie auch im unten angefügten Film, Auschnitte von der Veranstaltung!

Schließen