NABU-Euskirchen.de Aktionen & Projekte Stunde der Wintervoegel 2018

Wieder mehr Wintervögel

Neuer Beobachtungsrekord bei der „Stunde der Wintervögel“                                                       Foto: Der Hausperling ist 2018 auf Rang 1 und wurde bundesweit 508.086 Mal dem NABU gemeldet

20. Februar 2018

Berlin – Düsseldorf- Kreis Euskirchen Nach den sehr niedrigen Zahlen im vergangenen Winter haben sich in diesem Jahr wieder mehr Wintervögel in Deutschlands Gärten und Parks eingefunden. Das hat die gemeinsame Zähl-Aktion von NABU und seinem bayerischen Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV), die Stunde der Wintervögel, ergeben, deren Endergebnis an diesem Montag vorgestellt wurde. Über 136.000 Vogelfreunde haben sich an der Aktion beteiligt und Zählungen aus über 92.000 Gärten übermittelt – ein neuer Rekord. Damit konnte die bisherige Höchstzahl von knapp 125.000 aus dem Vorjahr übertroffen werden.

 „Im vergangenen Winter hatten die Teilnehmer 17 Prozent weniger Vögel gemeldet als im Schnitt der Jahre zuvor“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „Zum Glück hat sich dieses erschreckende Ergebnis nicht wiederholt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden wieder elf Prozent mehr Vögel gesichtet.“ 2018 wurden rund 38 Vögel pro Garten gemeldet, im vergangenen Jahr waren es nur 34 Vögel. 2011 waren bei der ersten Stunde der Wintervögel aber noch 46 Vögel pro Garten gemeldet worden. „Die höheren Zahlen in diesem Jahr können darum nicht darüber hinwegtäuschen, dass seit Jahren ein kontinuierlicher Abwärtstrend festzustellen ist“, so Miller. „Der Rückgang häufiger Arten ist in vielen europäischen Ländern ein ernstes Problem und zeigt sich offensichtlich auch bei den Wintergästen in unseren Gärten.“ Seit Beginn der Wintervogelzählungen im Jahr 2011 seien die Gesamtzahlen gemeldeter Vögel um 2,5 Prozent pro Jahr zurückgegangen.

 „Überlagert wird dieser langjährige Trend jedoch durch die Auswirkungen jährlich unterschiedlicher Witterungs- und Nahrungsverhältnisse“, so NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion. Grundsätzlich kämen in milderen Wintern, wie den letzten beiden, weniger Vögel in die Gärten, da sie auch außerhalb der Siedlungen noch genug Nahrung fänden. Dennoch fehlten im letzten Jahr viele Meisen und waldbewohnende Finkenarten, während sie in diesem Winter wieder in gewohnter Anzahl gesichtet wurden. „Erklären lässt sich dies vermutlich durch das von Jahr zu Jahr sehr unterschiedliche Angebot an Baumsamen in den Wäldern – nicht nur bei uns, sondern auch in den Herkunftsgebieten dieser Vögel in Nord- und Osteuropa. Je weniger Samen, desto größer der Zuzug von Vögeln aus diesen Regionen zu uns und desto eher nehmen diese Vögel naturnahe Gärten und Vogelfütterungen dankbar an“, so Adrion.

Gesamtzahlen gemeldeter Vögel um 2,5 Prozent pro Jahr zurückgegangen.                            

Foto: Die Kohlmeise wurde in diesem Winter wieder in gewohnter Zahl in den Gärten gesichtet und landete in NRW auf Rang 1

In NRW haben sich über 26.000 Vogelfreunde an der Aktion beteiligt und insgesamt 633.649 Vögel gezählt – rund 27 Prozent mehr als im letzten Jahr. Bundesweit zählten über 136.000 Vogelfreunde mehr als 3,5 Millionen Vögel.

„Im vergangenen Winter haben die nordrhein-westfälischen TeilnehmerInnen deutlich weniger Vögel pro Garten gemeldet als im Schnitt der Jahre zuvor. Zum Glück hat sich dieses betrübliche Ergebnis in diesem Jahr nicht wiederholt,“ erklärte Heinz Kowalski, Ornithologe des NABU Nordrhein-Westfalen. 2018 wurden rund 39 Vögel pro Garten gemeldet, im vergangenen Jahr waren es nur 32 Vögel. 2011 konnten bei der ersten Stunde der Wintervögel dagegen noch 46 Vögel pro Garten notiert werden. „Die höheren Zahlen in diesem Jahr können darum nicht darüber hinwegtäuschen, dass seit Jahren ein kontinuierlicher Abwärtstrend festzustellen ist“, so Kowalski weiter. „Der Rückgang häufiger Arten ist in vielen europäischen Ländern ein ernstes Problem und zeigt sich offensichtlich auch bei den Wintergästen in unseren Gärten.“ Seit Beginn der Wintervogelzählungen im Jahr 2011 seien die Gesamtzahlen gemeldeter Vögel um 2,5 Prozent pro Jahr zurückgegangen.

Zugvögel blieben vermehrt hier

Foto: Der Kernbeißer wurde besonders oft gemeldet

Erfreuliche Nachrichten gibt es in diesem Jahr bei steigenden Zahlen der Teilnehmer, Vögel und Gärten aus dem Kreis Euskirchen, so Manfred Martin, Vogelschutzexperte im NABU Euskirchen zu berichten. 592 Vogelfreunde ( 2017-559 ) beobachteten und zählten 18999 Vögel ( 2017-14117) in 426 Gärten (2017-374) 71 Vogelarten konnten bestimmt werden.

Entgegen dem insgesamt abnehmenden Trend der Wintervögel erklärt Martin, konnte bei einigen Vogelarten, die Deutschland im Winter üblicherweise nur teilweise verlassen, ein deutlicher Trend zu vermehrten Überwinterungen  festgestellt werden. Wie wir schon kürzlich berichteten, sind in diesem Winter im Kreis Euskirchen besonders viele Kurzzieher erst gar nicht in ihr Winterquartier losgeflogen. Hausrotschwanz (19), Mönchsgrasmücke (4) und Zilpzalp (7) wurden von den Vogelzähler im Kreis Euskirchen bei der Zählung beobachtet. Auch der Star (Vogel des Jahres 2018) blieb vermehrt im Kreis.

Vogelarten die sich 2017 rar gemacht hatten, finden nun wieder in die Gärten zurück, allen voran die verschiedenen Meisen. z.B. Kohlmeise + 102%, Blaumeise + 72 %, Schwanzmeise + 127%. Auch andere typische Waldvögel, wie Kleiber +104%, Gimpel + 27%, Buntspecht +144 % und Eichelhäher + 73%, wurden häufiger gemeldet. „Unsere größte Finkenart, der Kernbeißer, wurde besonders oft 279 Mal +104% gemeldet.

In der Rangliste der häufigsten Wintervögel haben sich Kohl- und Blaumeise den zweiten und dritten Platz hinter dem Haussperling zurückerobert.

Die Ergebnisse der Aktion und  aller dem NABU gemeldeten Vogelarten aus dem Kreis Euskirchen, können Sie hier nachlesen!

Vielen Dank an alle Teilnehmer!

Die „Stunde der Gartenvögel“ ist vom 11. - 13. Mai 2018

Zur Vergrößerung Grafik anklicken!



NATURSCHUTZ IM KREISVERBAND EUSKIRCHEN

UNTERSTÜTZEN SIE UNSERE ARBEIT DURCH IHR  ENGAGEMENT UND IHRER SPENDE.

IBAN:DE38 3825 0110 0001 0124 00

BIC: WELADED1EUS

VIELEN DANK