NABU-Euskirchen.de Aktionen & Projekte Stunde der Gartenvoegel 2018

Sperling wieder auf Platz eins, Vogelzahlen leicht rückläufig

56.000 Teilnehmer haben aus fast 37.000 Gärten über 1.244.000 Vögel bei der Stunde der Gartenvögel gemeldet    Foto: Kohlmeisenmännchen

Berlin/Düsseldorf /Euskirchen – Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich über eine gute Beteiligung bei der 14. Stunde der Gartenvögel, die von Vatertag bis Muttertag, vom 10. bis 13. Mai, stattfand. Über 56.000 Teilnehmer haben aus fast 37.000 Gärten Beobachtungen gemeldet. Der Haussperling bleibt mit 4,9 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Feldsperling.

„Die gute Beteiligung zeigt, dass viele Menschen ein großes Interesse an der  Natur haben und bereit sind, sich für den Erhalt der Artenvielfalt zu engagieren“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Das lässt auch darauf hoffen, dass immer mehr Hobbygärtner darauf achten, ihren Garten besonders vogel- und naturfreundlich gestalten.“

Insgesamt wurden bei der Stunde der Gartenvögel 33,8 Vögel pro Garten gesichtet. Damit liegt das Endergebnis 3,1 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt von 34,9 Vögeln pro Garten. „Sieben der 15 häufigsten Gartenvogelarten weisen in diesem Jahr den niedrigsten jemals pro Garten gemessenen Wert auf. Nur vier Arten wurden in den üblichen Mengen gesichtet“, sagt Miller.

Der Star wurde mit im Schnitt 2,1 Vögeln pro Garten gemeldet

Foto: Star

Leicht positive Nachrichten gibt es vom Vogel des Jahres 2018, dem Star. „Er wurde mit im Schnitt 2,1 Vögeln pro Garten gemeldet“, so Miller. „Das ist nur leicht unter dem Durchschnitt von 2,35 Staren, der seit 2006 gemessen wurde. Vor Beginn der Stunde der Gartenvögel, insbesondere zwischen 2002 und 2006 hatte der Star deutschlandweit dramatisch um über ein Drittel abgenommen. Seitdem hält sich der Bestand fast stabil, von den Beständen, die es bis zur Jahrtausendwende gab, sind die Stare jedoch weit entfernt.“

Die Amsel leidet unter dem Usutu-Virus

Foto: Amselmännchen

Bei Amsel und Grünfink haben sich die vermutlich krankheitsbedingten Rückgänge fortgesetzt. Die Amsel leidet unter dem Usutu-Virus. Bereits im vergangenen Jahr konnten NABU-Experten gemeinsam mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin nachweisen, dass der Rückgang der Amsel vor allem im Verbreitungsgebiet des Virus stattfindet. Beim Grünfink zeigen sich seit 2013 deutliche Rückgänge im Bestand, die vermutlich auf das Grünfinkensterben aufgrund von Trichomonaden-Infektionen zurückzuführen sind.

Starken Abnahme insektenfressender Vogelarten

Foto: Blaumeise  Günter Lessenich/NABU Euskirchen

Besonders Arten, die ausschließlich Insekten fressen oder zumindest ihre Jungen mit Insekten füttern, wie Meisen, wurden in diesem Jahr deutlich weniger gezählt. „Das passt zum generellen Trend der besonders starken Abnahme insektenfressender Vogelarten und muss weiter beobachtet werden“, so Miller. „Wer diesen Vögeln helfen will, sollte seinen Garten naturnah mit heimischen Büschen und Bäumen bepflanzen.“

Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden in 7194 Gärten  von 10551 Vogelfreunde 218130 Vögel gezählt.

Im Kreis Euskirchen sind die Teilnehmerzahlen rücklläufig. Es wurden von 189 Vogelfreunden, ( 2017 - 289 Vogelfreunde) aus 137 Gärten, (2017-194 Gärten) 5307 Vögel, (2017-6745 Vögel) gezählt. Rang eins belegte wie in den letzten Jahren der Haussperling, gefolgt von Amsel und Kohlmeise. Auf den Rängen  vier bis sechs die Elster, dann Mehlschwalbe und Blaumeise. 74 Vogelarten wurden gesichtet.

Alle Daten der Vogelzählung aus dem Kreis Euskirchen können Sie hier nachlesen.

Der NABU bedankt sich bei allen Teilnehmer. Die nächste  "Stunde der Wintervögel" findet vom 4. bis 6. Januar 2019  statt.

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