Fledermaus


Glück im Unglück – eine kleine Erfolgsgeschichte

Paul, die kleine Langohrfledermaus.  Foto: NABU/Alfred Glener

Nennen wir ihn einfach mal Paul

Pauls Geschichte beginnt noch vor seiner Geburt, als ein paar wenige Langohrmütter sich in einer Scheune in Kall-Rinnen versammeln, um ihre diesjährigen Jungen zu gebären.

Genau zu dieser Jahreszeit, mussten Menschen genau diese Scheune modernisieren und öffneten das Dach unter dem die Fledermaus-Mamas Obdach gesucht hatten.

 

Seine Mutter, die Paul eben erst zur Welt gebracht hatte, floh in wilder Panik aus der Scheune und verlor dabei ihr Baby. Paul, noch mit Nabelschnur versehen, hatte riesiges Glück, denn die aufmerksame Frau P. aus Kall Rinnen fand das winzige 2,1g schwere Leichtgewicht unten auf dem Boden und nahmen es mit. Sie brachten es zu uns und wir staunten nicht schlecht. Einige Babies hatten wir schon gepflegt und großgezogen aber noch nie ein Langohr, soooo süß!

 

Foto: NABU/ Alfred Glener

Paul hatte zum Glück den Sturz gut überstanden und zudem den starken Willen ein erwachsenes Graues Langohr zu werden. So gedieh Paul innerhalb weniger Wochen, mit viel Engagement und Liebe seitens seiner Zieh-Mama zu einem stattlichen Burschen. Er steigerte sein Gewicht auf satte 9,3 Gramm und bekam ein seidig-weiches, langes Fell.

 

Intensives Flugtraining in einem Moskitozelt und in einem Zimmer verhalfen Paul zu der notwendigen Kondition und der notwenigen Geschicklichkeit auf der Stelle zu fliegen (gleaning), um in der freien Wildnis für sich selber sorgen zu können.

 

Paul konnte erfolgreich ausgewildert werden und jagt jetzt in den Abendstunden nach Nachtfaltern und anderen Insekten, die er durch auf der Stelle fliegen (Gleanen) vom Strauchwerk absammelt.

 

Wir, die Fledermaushilfe Hocheifel des NABU Euskirchen, bedanken uns herzlich bei der Fledermaus- Ambulanz Viersen für die erfolgreiche und aufopfernde Unterstützung.

 

Ein Bericht von Alfred Glener