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Zwischenergebnisse Stunde der Wintervögel

 Größtes Sorgenkind ist weiterhin Bundesweit der Grünfink mit nur noch 1,17 Vögeln pro Garten.

 Foto: NABU/Günter Lessenich

Update 16.01.2020

Berlin/Kreis Euskirchen - Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich über die weiter steigende Beteiligung an Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion, die am vergangenen Wochenende bei sehr mildem Winterwetter zum zehnten Mal stattfand. Bis Mittwoch Morgen wurden bereits die Zählergebnisse von über 112.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus fast 77.000 Gärten erfasst. Mit über 2,9 Millionen Vögeln wurden damit pro Garten knapp 38 Vögel gemeldet.

 

„Das liegt zwar etwas unter dem langjährigen Schnitt von 39,8 Vögeln, entspricht aber genau unseren Erwartungen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „Die Daten aus inzwischen einem Jahrzehnt Stunde der Wintervögel zeigen deutlich, dass die Zahl der Vögel in den Gärten umso geringer ist, je milder und schneeärmer der Winter ist.“ Denn erst wenn es kalt wird und Schnee liegt, suchen viele Waldvögel Zuflucht in den Gärten der etwas wärmeren Städte, in denen sie oft reich bestückte Futterstellen vorfinden. Dazu passt, dass der ewige Spitzenreiter Haussperling, der sein ganzes Leben in den Dörfern und Städten verbringt, nur in den beiden kältesten Wintern des Jahrzehnts, 2011 und 2013 durch die vor allem in Wäldern lebende Kohlmeise vom Spitzenplatz verdrängt wurde, so Miller.

 

Die Ornithologen des NABU freuen sich über das Spitzenergebnis des Haussperlings mit 6,8 Vögeln pro Garten. Noch nie waren es mehr Haussperlinge seit Beginn der Aktion im Jahr 2011. Offensichtlich kommt diese Art mit den zuletzt sehr warmen und trockenen Sommern gut zurecht. Damit bestätigt sich die leichte Bestandserholung nach Jahrzehnten eines deutlichen Rückgangs.

 

Die Amsel, die im vergangenen Winter aufgrund einer massiven Ausbreitung des für Amseln tödlichen Usutu-Virus im Jahr zuvor deutliche Einbußen zu verzeichnen hatte, verharrt auf diesem niedrigen Niveau. Die Usutu-Saison 2019 war deutlich schwächer und hat damit offensichtlich zu keiner weiteren Abnahme geführt.

 

Größtes Sorgenkind der Naturschützer ist weiterhin der Grünfink. Mit nur noch 1,17 Vögeln pro Garten setzt diese vor allem in Städten und Dörfern lebende Art ihre Serie von Minusrekorden fort. Seit 2011 nimmt diese Art von Jahr zu Jahr um zwölf Prozent ab. Als Ursache vermutet der NABU unter anderem Trichomoniasis, eine Infektionen mit einem einzelligen Parasiten, mit dem sich diese Finken häufig an sommerlichen Vogelfutterstellen infizieren.

 

Kreis Euskirchen

 Der Hausrotschwanz  wurde bei der Zählaktion 26 Mal gesehen.       Foto: NABU/Günter Lessenich

Weitere 100 Vogelfreud*innen habe ihre Zählergebnisse vom Aktionswochenende an den NABU gemeldet. So ist die Zahl jetzt auf 416 gestiegen. 13.700 Vögel wurden aus  300 Gärten gezählt.  

 

Typische Kurzstreckenzieher wie Hausrotschwanz, (gesichtet, 26)  Mönchsgrasmücke (gesichtet, 6) und Zilpzalp  (gesichtet, 3) sahen keine Notwendigkeit in den Süden zu ziehen. Das sind die Auswirkungen des milden Winters.

 

Ivasionsvögel wie Bergfinken (gesichtet, 24)   oder Seidenschwanz (gesichtet, 1 )machten sich rar. Erlenzeisige wurden 58 Mal gesichtet.

 

70 Vogelarten konnten bisher bestimmt werden.

 

Das Endergebnis der Vogelzählung wird Ende Januar bekannt gegeben.


Nordische Häher fühlen sich bei uns wohl

Der Haussperling erobert weiterhin bundesweit den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten.  Foto: NABU/Günter Lessenich

Update vom 12.01.2020

Berlin/ Kreis Euskirchen - Der NABU Bundesverband meldet: der heutige Sonntag erwies sich des zehnjährigen Aktionsjubiläums würdig. Noch nie wurden an einem einzigen Tag so viele Vogelbeobachtungen gemeldet. Über zwei Millionen Vögel stehen bereits jetzt zu Buche, davon 1,3 Millionen von Sonntag. Bisher haben sich mehr als 80.000 Vogelfreund*innen an der Stunde der Wintervögel 2020 beteiligt. Auch wenn der prozentuale Anstieg nicht mehr ganz so stark ist, wie nach den ersten Meldungen, hat der Eichelhäher unter den häufigen Arten die spektakulärste Entwicklung aufzuweisen. Die Zahl der beobachteten Häher hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Hauptgrund ist zweifellos der bereits ab September erfolgte Einflug von Wintergästen aus dem Norden und Osten.

Kreis Euskirchen

Bis zum Sonntagabend haben rund 300 Vogelfreud*innen aus dem Kreis Euskirchen aus 219 Gärten 10.900 Vögel gezählt und dem NABU gemeldet. Der Spatz ist weiter auf Rang 1 der Ergebniskarten. Auf Rang 2 unverändert die Kohlmeise und Rang 3 die Blaumeise.

Im Kreis Euskirchen wurden auch am Aktionswochende  deutlich mehr Eichelhäher gesichtet. Bei der Aktion im Januar 2019 gabe es 184 Beobachtungen, bis zu heutigen Zähltag 247 Beobachtungen. (Trend) im Vergleich zum Vorjahr  + 115%  und das sind durchschnittlich 1.13  Eichelhäher pro Garten.  Merkliche Rückgänge weisen Grünfinken, - 33%  Stieglitze - 59%  und Kernbeißer -37%  auf.


Erste Ergebnisse vom  ersten und zweiten Zähltag

Nordische Häher fühlen sich bei uns wohl

 Der Eichelhäher wurde in fast jedem zweiten Garten gesehen                                     Foto: Hans Pollin

Berlin/ Kreis Euskirchen - Bis zum Samstagabend haben sich bereits mehr als 27.000 Vogelfreund*innen an der Zählung beteiligt. Wie erwartet führt der Haussperling. In milden Wintern wird er häufiger als die Kohlmeise beobachtet. Unter den häufigen Vogelarten hat sich der Eichelhäher am besten entwickelt, er wurde in fast jedem zweiten Garten gesehen – damit doppelt so oft wie im Vorwinter und immerhin 50 Prozent über dem langjährigen Mittelwert. Die Werte sind vor allem im Osten hoch, dies liegt daran, dass viele Eichelhäher Wintergast aus Osteuropa sind.

Kreis Euskirchen

 Überwinternde Stare im Kreis Euskirchen                                                           Foto: NABU/Günter Lessenich

In Kreis Euskirchen wurden bis zum Samstagabend in 100 Gärten 5184 Vögel gezählt.                              129 Vogelfreunde haben bisher an der Aktion teilgenommen. Durch die  sehr milde Winterwitterung erscheinen an den Futterhäuser in den Gärten weniger Vögel, denn ohne geschlossene Eis und Schneedecken, finden die Vögel in den Wälder und in der freien Landschaft noch genug Nahrung.

 

Unter den Top 10 steht der Haussperling  im Kreis Euskirchen auf Rang 1 und da wird er auch  beim Endergebnis stehen. Die Kohlmeise auf Rang 2 und die Blaumeise auf Rang 3.

In den Ergebniskarten des Kreis Euskirchen fällt auf, das fast alle Finkenarten im Minus stehen,           z. Beispiel der Grünfink -30 % mit  bisher 91 Sichtungen und 1 mal pro Garten beobachtet. Der Erlenzeisig - 53 % mit bisher 23 Sichtungen. Hänflinge wurde noch keine beobachtet.

 

Kurzstreckenzieher wie der Hausrotschwanz, ZilpZalp und die Mönchsgrasmücke treten in den Ergebniskarten gehäuft auf. Hier macht sich wie schon in den vergangenen Jahren die  milden Winter bemerkbar.

 

Die Zahl der überwinternden Stare die man jetzt allabendlich z. Beispiel in Mechernich-Kommern

in großen Schwärmen noch  beobachten kann, dürften eher in den Ergebniskarten der Wintervogelzählung  steigen.

 

48 Vogearten konnten bisher bestimmt werden.