Schutzgebiete

Bauarbeiten am Manscheider Bach

 

Am Manscheider Bach mussten auf einer Strecke von 100 Metern Bauarbeiten im Zuge der Wiederherstellung und Ufersicherung durchgeführt werden, um Schäden der Flut von 2021 zu beseitigen.

 

Da in dem Gewässer auch die stark bedrohten Arten Bachneunauge (Lampetra planeri) und Edelkrebs (Astacus astacus) vermutet wurden, veranlasste die Gemeinde Hellenthal im Frühjahr eine E-DNA-Untersuchung, mit Hilfe derer sich anhand von Wasserproben das Vorkommen der beiden Arten nachweisen lassen kann.

 

Bei der Analyse wurden Spuren von Bachneunaugen, nicht jedoch vom Edelkrebs gefunden. 

 

Der NABU besitzt und pflegt entlang des Baches etliche Grundstücke und wir wussten: Irgendwo muss es doch noch Edelkrebse geben. Zur Sicherheit führten wir, in Absprache mit der Gemeinde, dem beauftragten Planungsbüro, der UNB und Dr. Harald Groß vom Edelkrebsprojekt NRW vor Beginn der Bauarbeiten zusätzlich eine Krebsbereusung durch – und wurden fündig! 

 

Foto rechts: Edelkrebs

Krebsbereusung
Krebsbereusung

In einer der Reusen fand sich ein Prachtexemplar eines Edelkrebses. (Foto rechts)


Dieser Fund führte dazu, dass bei der Trockenlegung des Baches und den Bauarbeiten an der Uferböschung entsprechend umsichtig vorgegangen wurde.

 

Die Vorsicht war berechtigt und das Ergebnis eindeutig: Neben den für einen Mittelgebirgsbach typischen Bachforellen, Mühlkoppen und Elritzen wurden auch ca. 60 Bachneunaugen und 24 Edelkrebse in unterschiedlichen Altersstufen gerettet und unterhalb der Baustelle wieder ausgesetzt. 

Prachtexemplar in der Reuse
Prachtexemplar in der Reuse

Text und Fotos: Uli Pohl / NABU Euskirchen