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Sensenkurs beim NABU

- das Wiesennetzwerk war dabei

Das Mähen mit der Sense ist eine nachhaltige, umweltschonende, stille, kostengünstige und entschleunigende Methode um den Aufwuchs einer Wiese zu entfernen.

Im Wiesennetzwerk setzen wir sehr gerne die Sense ein. Schon länger wollten wir unser Halbwissen und unsere Fertigkeiten verbessern und neuen WiesennetzwerkerInnen ermöglichen das Mähen mit der Sense zu erlernen.  Im Terminkalender vom NABU Euskirchen entdeckten wir einen Sensenkurs, da haben wir uns angemeldet.

Am Samstag den 23.08.2025 war es soweit. In einer Gruppe von 12 Personen starteten wir gleich morgens um 8 Uhr unter der Leitung von Jan-Roeland Vos. Erster Programmpunkt war das Thema Sicherheit: wie wird eine Sense abgelegt, transportiert und wie viel Abstand braucht es wenn mehrere mähen. 

Als nächstes wurde uns genau erklärt was Spitze, Rücken, Bart, Hamme, Warze und der Dengel auf dem Sensenblatt bedeuten. Damit die Sense nutzbar wird muss das Sensenblatt an einem Sensenbaum auch Worb genannt, mittels Befestigungsring und einer Verstellschraube angebracht werden. 

Der Sensenbaum wird auf die Körpergröße des Nutzers eingestellt. Danach das Sensenblatt mittels Verstellschraube im richtigen Winkel zum Sensenbaum justiert und dann könnte es losgehen. Doch unser Seminarleiter bat uns zuerst das Dengeln, sogenanntes Kaltschmieden mit einem Dengelstock und einem Dengelhammer zu üben. Denn das Verständnis für gutes Werkzeug bekommt man erst wenn man ein stumpfes, vom Arbeitseinsatz gezeichnetes Sensenblatt durch geduldiges, gleichmäßiges Hämmern des Metalls  an der Schneidefläche wieder dünn und scharf ausgetrieben hat.

Die Körperhaltung, der Schwung und das ruhige Voranschreiten mit dem schönen gleichmäßigen Zischen wirkte schon fast meditativ. Ein Ameisenhaufen, ein Stein oder ein herabgefallener Ast waren dann die Störfaktoren, die den Mähvorgang jäh unterbrachen und ein Wetzen des Sensenblattes nötig machten. 

Mit viel Wissen, neuen Erfahrungen und Fertigkeiten freuen wir uns schon jetzt auf die bald beginnende Mähsaison.

Text & Fotos: Anna Hofmeister