Kopfweidenschnitt an der Erft

Der NABU Euskirchen kümmert sich seit mehr als 30 Jahren entlang der Erft um den Erhalt der wertvollen Kopfweiden

  Arbeitseinsatz Höhe Lommersum am Erftmühlenbach                         Foto:/NABU/Günter Lessenich

Euskirchen-Wüschheim- Kopfweiden sind typisch für das Landschaftsbild an der Erft. Wenn Kopfweiden lange nicht geschnitten werden, brechen ihre Kronen unter der Last ihrer Äste auseinander. Durch die Vernachlässigung der Pflege der Kopfweiden und dem dadurch bedingten Rückgang des Bestandes dieser "Charakterköpfe unserer Landschaft" verliert eine Fülle hierauf spezialisierter Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum. Ein charakteristisches Beispiel hierfür ist der Steinkauz, dem die alten und ausgehöhlten Kopfbäume hervorragende Nistmöglichkeiten bieten. Sein Schicksal ist in vielen Gebieten unmittelbar mit dem der Kopfweiden verbunden.

Kopfweiden, ein Zuhause für Steinkauz & Co schaffen

Bei den Pflegearbeiten werden  von  den ausgebildeten  Motorsägenführern die Äste über dem Kopf  der  Bäume gekürzt. Durch die zahlreichen Schnittstellen, die bei der Kopfbaumpflege entstehen, können Pilzsporen und Wasser in Stamm und Aststümpfe eindringen. Fäulnis zerstört das Kernholz und es bilden sich Höhlungen. In diesen Höhlen nisten neben dem Steinkauz u.a. Hohltaube, Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Zaunkönig und Bachstelze. Gelegentlich findet man sogar Hornissennester in diesen Baumhöhlen. Auch Wiesel, Igel und andere Kleinsäuger finden gelegentlich darin Unterschlupf.

 


Die mit den Jahren enstehende Baumhöhlen  sind ideal für Steinkauz & Co

Junge Steinkäuze ca. 3 Wochen alt



Im NABU war Anita Waffenschmidt leider im März  2019 verstorben, lange Jahre die Initiatorin des Kopfweidenschnitts. Mit Ihrer Begeisterung motivierte sie zahlreiche Menschen zur Mithilfe bei dieser verantwortungsvollen und kraftraubenden Tätigkeit zum Ehrenamt. Um den Bestand der Kopfweiden an der Erft zu Pflegen und zu sichern, hat Franz Josef Berlingen  ihr Amt  übernommen und für den Weidenschnitt jetzt in der Winterzeit zu Arbeitseinsätzen an der Erft eingeladen. Es werden noch viele weitere Pflegemaßnahmen zum Kopfweidenschneiden bis Ende Februar 2020 folgen, die wir auf unserer Homepage rechtzeitig ankündigen.

Wer Interesse hat, bei dieser Tätigkeit  in den Wintermonaten mal mit dabei zu sein, der melde sich bei  Franz Josef Berlingen Tel. 02253 930 504  oder Email. fjberlingen@web.de Sie werden somit in die Verteilerliste aufgenommen und bekommen die Aktionstermine mitgeteilt. Bei schlechten Witterungsverhältnisse an den Aktionstagen wird Ihnen kurzfristig mitgeteilt, das dass Kopfweidenschneiden nicht stattfindet.

 

Text und Fotos: NABU/Günter Lessenich


 

Die Saison des Kopfweidenschneiden ist zu Ende. Wir legen jetzt eine Pause ein und Anfang Oktober geht es wieder weiter.

 

 


                                                                       Ansprechpartner

                                                                                            Franz Josef Berlingen

                                                                                    fberlingen@web.de

                                                                                      Tel. 02253 930 504


Video  Arbeitseinsatz in der Höhe von Lommersum am Erftmühlenbach