Naturfoto des Monats April | Feldlerche

Luftnummer: Eine gewaltige Stimme

Die Feldlerche  steht mit ihren raschen Flügelschlägen in der Luft und singt und singt.

Foto: NABU/Günter Lessenich

Auf freiem Feld: Irgenwo von oben erschallt eine Laute, jubilierende Vogelstimme, man erkennt nur einen kleinen schwarzen Punkt ganz weit oben, viel höher als erwartet, der in der Luft zu stehen scheint. Plötzlich bricht das singen ab, der schwarze Punkt saust zur Erde: Aha, die Feldlerche war`s.

 

Manche Vögel kann man glatt übersehen. Und wenn man sie sieht, dann sind sie bloß irgendwie braun. Äußerlich eher unscheinbar, beigefarben gezeichnet und knapp starengroß, muß sie schon den Schnabel aufmachen, um aufzufallen.: Wenn wir in einer baum- und strauchlosen Acvkerlandschaft einen wirbelden,  jubilierenden Vogelgesang aus der Höhe vernehmen, dann gibt es kaum einen Zweifel das kann nur die Feldlerche sein.

 

Mit raschen Flügelschlägen und gefächertem Schwanz steht die Lerche in der Luft und sing und singt, scheinbar ohne Luft zu holen. Zwei bis sechs Minuten dauert der durchschnittlich, bis sie ihren Gesang beendet und wieder zur Erde zurückkehrt, nahezu ein Sturzflug: Anfangs gleitet sie mit ausgebreiteten Flügel und gefächerten Schwanz hernieder, um sich wenige Meter über dem Boden rasch fallen zu lassen - was es dem Beobachter sehr erschwert, den Landplatz auszumachen.

Auch andere Vögel singen in der Luft: Pieper etwa, in ihrer erdbraunen Unscheinbarkeit den Lerchen ohnehin ähnlich, tragen ihr Lied in kurzen, auf- und absteigenden Singflügen vor.

Heidelerche im Singflug                                                                              Foto: NABU/Günter Lessenich

Und auch die nächste Verwandten der Feldlerche singen während des Fliegens: die Heidelerche flötend-melancholisch in Flatter- und Gleitphasen ihres Fluges. Die Heidelerche steigt viel weniger steil, eher schräg. Sie singt auch öfter sogar im "Sitzen" von einer erhöhten Warte aus.  Insgesamt ist das Verhalten der Feldlerche so typisch, daß es diese Art deutlich charakterisiert.

 

Und warum singt die Lerche? Weniger, wie man erwarten könnte, zur Werbung. Erstaunlicherweise scheinen die meisten Männchen auch dann eine Partnerin zu bekommen, wenn sie wegen unfreundlicher Witterung noch längst nicht zum Singen aufgelegt sind. Die ganze Kunst gilt also wohl mehr den Rivalen - als Signal, daß dieser Platz schon besetzt ist.

 

Auf intensiv genutzten Ackerflächen geht es der Lerche nicht gut: Dicht ausgesät und stark gedüngt wächst etwa Wintergetreide oder Raps so dicht, dass hier kein Platz für Lerchennester mehr sind.

"Zudem sorgen Pestizide dafür, dass die Vögel immer weniger Insekten finden, die Weibchen nur noch weniger eier legen und trotzdem nicht genügend Nahrung für ihre Jungen finden."

Dagegen könnte die Feldlerche unter  guten Bedingungen regelrecht zum Spatz der feldflur werden.

Auf 10 Hektar hätten bis zu 15 Lerchenfamilien Platz.

Feldlerche                                                                                                                 Foto: NABU/Günter Lessenich

Die Wohnungssuche ist bei Familie Feldlerche Glücksspiel: Am liebsten sucht Frau Feldlerche - und nur sie hat hierbei das Sagen - einen Platz auf dem Boden mit niedrigem, lückenhaftem Pflanzenwuchs. Aber die Verhältnisse auf Äckern ändern sich rasch: Bald kann das Nest von dichtem Getreide überwuchert sein. Sicher scheinen da Wiesen oder Weiden zu sein. Allerdings:"Im intensiv gedüngten Grünland wird mittlerweile allzu oft gemäht - regelmäßig das Todesurteil für die Lerchenküken im Nest.