Naturfoto des Monats Oktober | Florfliege

Die Florfliege sucht jetzt ihr Winterquartier auf

 

 Florfliege -  Chryspoperla carnea                                                                                                                                     Foto: Kurt Schröder

Viele werden mit der Florfliege schon Bekanntschaft gemacht haben: Mit sinkenden Temperaturen sucht sich das zarte Insekt mämlich einen geschützten Platz zum Überwintern. Dabei kommt die Florfliege gerne in menschliche Wohnungen, wo sie oftmals vertrieben oder - noch schlimmer - ein Opfer der Fliegenklatsche wird. Ein fataler Fehler, den die Florfliege und deren Larven sind des Gärtners bester Freund, vertilgen sie doch unzählige von Blattläusen. Der "Rausschmiß" der Florfliege geschieht meist aus Unwissheit, denn die wenigsten wissen, wie der ein Zentimeter lange Netzflügler aussieht: Die Florfliege hat einen  grasgrünen Körper, fadenförmige Fühler und durchsichtige Flügel mit einer netzartigen Äderung. Ihre Farbe, ihre zerbrechlich wirkenden Flügel und die goldenen Augen machen sie unverwechselbar.

Florfliege ein Nützling im Garten

Die Florfliege wird wegen ihrer goldglänzenden Augen im Volksmund auch "Goldauge" genannt wird.

Foto: Kurt Schröder

Wie bei den Marienkäfern sind auch bei den Florfliegen die Larven die gefräßigen Blattlausjäger. Bis zu 450 Blattläuse, 500 Schmetterlingseier oder wahlweise 12.000 Milbeneier verspeist eine Larve in ihrer zwewöchigen Entwicklungsphase. Die Jagttaktik ist ausgeklügelt: Die Larve sondert ein Sekret ab, dass sie der Blattlaus inijiziert. Das Innenleben der Laus löst sich in kurzer Zeit auf und wird dann ausgesaugt. Damit die Blattlausjäger garantiert erfolgreich sind, nutzen sie sogar die leer Außenhaut der Blattlaus zur Tarnung. Als Blattlaus verkleidet gehen die Florfliegen-Larven dann erneut auf Pirsch.

Auf Winterquartiersuche oft in Wohnräumen des Menschen

Wer jetzt im Herbst Besuch von Florfliegen bekommt, sollte die Tiere nicht totschlagen, sondern in der Wohnung lassen oder nach draußen setzen. Überlebenschancen hat die Florfliege natürlich nur in ungeheizten Räumen. In der freien Natur überwintert sie gerne in Ritzen von Baumrinden, in hohlen Stengeln von Stauden oder im Laubstreu. Ein im Garten aufgestapelter Reisighaufen mit Überesten des vergangenen Sommers hilft der Florfliege und vielen anderen Insekten und Kleintieren über den Winter.

 

Text: Günter Lessenich