Naturfoto des Monats November| Turmfalke

 Turmfalken-Männchen. Man sieht ihn oft im Ansitz auf Pfosten, Masten oder Bäumen oder im Rüttelflug in der Luft “stehen”,

Der Turmfalke ist im Kreis  Euskirchen jetzt hervorragend zu beobachten.  Es lohnt sich bei Spaziergängen nach im Ausschau zu halten. Der Turmfalke ist ziemlich robust, den kriegt ein milder Winter nicht kaputt. Probleme bekommt er nur bei geschlossener Schneedecke: Dann sieht er seine Hauptnahrung, die Mäuse nicht mehr. Der Turmfalke ist flexibel und kann auf schneefreie Jagdreviere  zum Beispiel sonnenbeschienene Böschungen ausweichen. Aus diesem Grund ist der Turmfalke auch häufig an Autobahnen zu sehen, denn an den schrägen Straßenböschungen taut der Schnee schneller ab und die Mäuse werden wieder erreichbar.

Turmfalke im Rüttelflug

Im Winter muß der Turmfalke mehr Zeit für den Beutefang aufwenden, insgesamt etwa ein bis zwei Stunden. Dabei läßt sich der Turmfalke gut beobachten. Er ist ein auch für Laien ein einfach erkennbarer Greifvogel, da er einen außergewöhnliche Jagdtechnik beherscht. "Der Turmfalke ist der einzige Greif, der wie ein Kolibri in der Luft stehen kann.  Deshalb braucht er auch keine Sitzwarten." Nur manchmal weicht der Turmfalke hin und wieder auf die Ansitzjagd aus. Diese ist zwar weniger erfolgreich als die Mäusejagd aus dem Flug, sie hilft aber, die im Winter wertvollen Enegie zu sparen. Eines der wichtigsten Kennzeichen des Turmfalken ist der Rüttelflug. An dieser charakteristischen Flugtechnik kann man den Vogel auch auf größere Entfernungen erkennen.

Gelegentlich sieht man auch andere Vogelarten im Rüttelflug, wenn ihnen der Gegenwind unter die Flügel greift, zum Beispiel den Mäusebussard oder den Raubwürger.

 Der Turmfalke erbeutet seine Beutetiere, vorwiegend Mäuse, am Boden.

Turmfalken brüten in verlassenen Nestern anderer Größeren Vögel, vor allem von Krähen und Elstern. Dort wo der Abschluß von Rabenvögel erlaubt ist, können die Turmfalken in Wohnungsnot geraten. Turmfalken brüten außerdem in Gebäuden aller Art, und zwar möglichst hoch. Sie wählen dafür windgeschützete Mauerlöcher. Kirchtürme bieten den Turmfalken ideale Lebensräume. Der NABU Euskirchen appeliert, Löcher in Kirchtürmen nicht zu verschließen, denn nicht nur Turmfalken, auch Eulen finden dann dort keinen Nistmöglichkeit mehr.

 

Text und Fotos: NABU/Günter Lessenich

Sehen Sie auch den Kurzfilm zum Turmfalken!