Der NABU bittet um Rücksicht auf Tiere im Winterschlaf

„Bitte nicht stören“ heißt die Devise für die Tiere, die sich derzeit in ihrer Winterruhe befinden. Das ist zumindest der Wunsch des NABU Euskirchen. Er erläutert, warum eine Störung für Tiere im Winterschlaf tödlich enden kann.

 

Haselmäuse schlafen im Vogelnistkasten                                                                  Foto: Herbert Buchholz

Kreis Euskirchen - Die Winterschläfer, wie z.B. Fledermäuse, Igel, oder Bilche reduzieren ihren Stoffwechsel auf das MInimum. Das bedeutet, dass nur noch überlebungsnotwendige Funktionen 

aufrecht erhalten werden. So schlägt z.B. das Igelherz, das es im Sommer gut und gerne auf 170 Schläge pro MInute bringt, während der Winterruhe höchstens zweimal innerhalb von sechzig Sekunden. Der Sparbetrieb ist notwendig, damit die Tiere mit den Energiereserven auskommen, die sie sich im Sommer und Herbstt angelegt haben. " Wie außergewöhnlich fragil diese Strategie ist, zeigt der Blick auf den Energieverbrauch in der Winterruhe.

 

Einige Male wird der „Winterschlaf" durch kurze Aufwachphasen, in denen die Tiere ihre Schlafposition wechseln, unterbrochen. Für diese, oft nur wenige Minuten dauernden Aktionen verbrauchen die Tiere zwei Drittel der Winterreserven., während die wochen und monatelangen Tiefschlafphasen nur ein Drittel der Energiedepots aufbrauchen. „An diesen Beispielen kann man sehr deutlich ablesen, welche Auswirkungen es haben kann, wenn die Tiere gestört werden. Sie haben dann im späten Winter oder im Frühjahr nicht mehr genug Reserven und müssen sterben," so der NABU Euskirchen.

 

Aus diesem Grund bittet er alle Bürgerinnen und Bürger, Rücksicht auf die Winterschläfer zu nehmen. „Besonders in alten Scheunen, Dachstühlen, Kellern, aber auch an Holzstößen oder Reisighaufen sollte man sich so selten wie möglich aufhalten, besonders dann, wenn bekannt ist, dass sich dort Winterschläfer aufhalten. Findet man einen Winterschläfer, so sollte man ihn auf jeden Fall in Ruhe lassen. Selbst wenn er gestört wurde, ist seinen Chance im geeigneten Umfeld größer, als in der warmen Menschenstube," so der NABU.

 

Text: Günter Lessenich/NABU Euskirchen