Schutzgebiet “Am Altenberg”

Update: 15.03.2022


Gemeinsame Aktion des NABU Kreis Euskirchen und der Kreisjägerschaft Euskirchen e.V. auf der Fläche der NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ Berlin in der Gemeinde Hellenthal

„Freier Zugang für Schalenwild, Wildkatze und Co.“

Gemeinsame Aktion des NABU Euskirchen und der Kreisjägerschaft Euskirchen auf einer Fläche der NABU Stiftung Nationales Naturerbe, Berlin in der Gemeinde Hellenthal

Foto: NABU Euskirchen / NABU-Team Altenberg

Der NABU Kreis Euskirchen und die Kreisjägerschaft Euskirchen haben am Wochenende in einer gemeinsamen Aktion eine ca. 40.000 qm große Waldfläche von ihrer Knotengeflecht-Umzäunung befreit und ermöglichen so den waldlebenden Tierarten, wie Rotwild (Cervus elaphus),Rehwild (Cervus capreolus), Fuchs (Vulpes vulpes), Dachs (Meles meles), Feldhase (Lepus europaeus) und Wildkatze (Felis silvestris silvestris) sowie den Greifvögeln und Eulenarten eine gefahrlose Nutzung der Waldfläche.

 

Die außergewöhnliche Waldfläche auf dem exponierten, bewaldeten Höhenrücken in der Gemeinde Hellenthal im Jagdrevier Wollenberg-Zingscheid von Jagdpächter Helmut Schmitz, wurde im Jahr 2021 von der NABU Bundesstiftung Berlin „Nationale Naturerbe“ erworben, mit dem Ziel die Fläche der Natur und ihren Arten zurückzugeben.

 

Der Waldfläche kommt eine hohe Wichtigkeit für den Wanderkorridor der Wildkatze und des Rotwildes zu. Liegt sie doch im Kerngebiet des Biotopverbundes Nordrhein-Westfalen von herausragender Bedeutung der „Laubwälder südlich Blumenthal“.

Für die wandernden Arten mit ihren großen Aktionsräumen sind eingezäunte Waldflächen eine besonders große Gefahr. Die Wildkatzen verfangen sich beim Übersprung mitunter im Knotengeflecht und sterben qualvoll. Ein weiteres Risiko stellen die Flächen für das Rotwild und das Rehwild dar. Die Alttiere können die Zäune aus Knotengeflecht noch überwinden und bringen in den umzäunten Flächen ihre Kälber zur Welt. Die kleinen Rotwildkälber sind jedoch nicht in der Lage den Zaun zu überwinden und werden von dem Muttertier getrennt. Voller Panik rennen die jungen Tiere gegen den gefährlichen Zaun, verfangen sich dort und verenden ebenfalls.

 

Aber nicht nur für das Rot- und Rehwild und die Wildkatze stellen die Zäune aus Knotengeflecht eine tödliche Gefahr dar, sondern auch für Wiesel, Dachs, Waschbär und Großvögel, wie Uhu, Eulen, Rotmilan und Mäusebussard. Viele Opfer werden jährlich an die Naturschützer der Kreisjägerschaft und des NABUs gemeldet.

Fachgerechte Entsorgung des Zaunes aus Knotengeflecht mit dem Traktorgespann des NABU Euskirchen

Foto: NABU Euskirchen / NABU-Team Altenberg

Mit ihrer gemeinsamen Aktion „Freier Zugang für Schalenwild, Wildkatze und Co.“

stellen die Naturschützer der Kreisjägerschaft Euskirchen und des NABU Euskirchen die Durchlässigkeit der Fläche für die waldlebenden Arten wieder her und bauen das signifikant erhöhte Tötungsrisiko, welches durch den Zaun zweifelsfrei für die Arten besteht, ab. Die bewaldeten Biotopverbundflächen müssen frei von Zäunen sein, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Nur so ist für die wandernden Arten ein genetischer Austausch und der Erhalt einer gesunden Population gewährleistet.

 

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Helfern, die bei dieser Aktion dabei waren.

 

Kontaktdaten für Rückfragen:

 

NABU Euskirchen: Marion Zöller, Vorstand NABU Euskirchen

m.zöller@nabu-euskirchen.de

 

Kreisjägerschaft Euskirchen: Bodo Weranek, Vorsitzender Kreisjägerschaft Euskirchen e.V.

Weranek@KJS-Euskirchen.de

 

Text: Claudia Rapp-Lange

 


Videofilm zur Aktion


Weitere Bilder zur Aktion


Schutzgebiet “Am Altenberg”

Weitere 40.000 qm Fläche für den Natur- und Artenschutz im Kreis Euskirchen gesichert.

Erneut konnte die NABU Stiftung Nationales Naturerbe mit Sitz in Berlin, eine außergewöhnliche Fläche in der Gemeinde Hellenthal für den Natur- und Artenschutz sichern. Die insgesamt 4 ha haben sich nach einem Kahlschlag vor knapp 10 Jahren vielfältig entwickelt. Neben Bereichen mit verschiedensten Laubbäumen, hat sich mittig in der feuchten Senke eine wunderbare Binsen- und Gräsergemeinschaft gebildet.

Gräservielfalt

In den etwas trockneren Bereichen zeigten sich Heidepflanzen.

Besenheide (Calluna vulgaris)

Das Ziel wird sein die feuchte Senke frei von Ginster zu halten, die sonst alles überwuchern würden. Die restliche Entwicklung wird der Natur überlassen.

 

Text und Fotos: Marion Zöller/NABU Euskirchen