Kranichzug im Nebel

Das Naturschauspiel des Vogelzuges war am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag am Himmel über der Eifel, in der Zülpicher Börde und im Raum Mechernich zu sehen und zu hören.

Bei starkem Nebel fanden einige Tiere den Weg durch den Windpark Reifferscheid nicht

Foto: Marion Zöller/NABU Euskirchen

Kreis Euskirchen - Der 2. große Zug der Kraniche fand dieses Jahr zur Weihnachtszeit statt. Das Naturschauspiel des Vogelzuges war am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag am Himmel über der Eifel zu sehen und zu hören. Während in den tieferen Regionen der Eifel die Kraniche zügig ihrer Route folgen konnten, stießen sie an den Höhenzügen der Eifel in Hellenthal, Blankenheim und Dahlem auf dichten Nebel mit Sicht unter 50 m. Die zusammenhängenden Flugformationen lösten sich im Nebel auf und die Kraniche flogen häufig desorientiert umher, wechselten häufig die Flugrichtung und riefen lautstark die anderen Artgenossen. Die kraftraubenden Flugmanöver führten häufig zu Notlandungen der Kraniche.

 

Seit den frühen Morgenstunden waren einige Ehrenamtliche des NABU Euskirchen in den Windparks Reifferscheid, Dahlem I-III und Dahlem IV unterwegs, um das Geschehen zu dokumentieren.

Zahlreiche Gruppen notgelandeter Vögel wurden dem NABU Euskirchen auch von besorgten Anwohnern aus Dahlem Berk, Hellenthal Paulushof, Kreuzberg und Reifferscheid gemeldet.

Besonders kritisch wird das Fluggeschehen, wenn die orientierungslosen Vögel in die Nähe der zahlreichen Windanlagen gelangen. Die Rotoren sind im dichten Nebel für die Vögel nicht erkennbar. Eine Kollision oft unvermeidbar.

 

Bereits im Jahr 2018 hat der NABU Euskirchen und das LANUV NRW und die Vogelschutzwarte über das kritische Fluggeschehen der Kraniche bei Nacht- und Nebelflügen aufmerksam gemacht und um eine allgemeine Anordnung zur Abschaltung der Windanalgen gebeten. Leider erfolglos. Laut den Aussagen von Dr. Matthias Kaiser, der zuständige Mitarbeiter vom LANUV NRW sind die Kraniche nicht gefährdet durch die Rotoren der Windanlagen. Dies gilt laut seiner Aussage auch für die gefährliche Wetterlagen bei Nebel, die wir seit dem 1. Weihnachtsfeiertag in der Eifel vorfinden.

 

Text: Marion Zöller/NABU Euskirchen


Tausende Kraniche hatten sich an den Weihnachtsfeiertagen in verschiedenen Regionen im Kreis Euskirchen niedergelassen, von Reiferscheid nach  Rescheid, auf einem Feld am Zülpicher See, am Neffelsee, Bad Münstereifel, und hier im  Video auf einem Feld zwischen Obergartzem und Satzvey. Hunderte Tiere machten hier Zwischenstopp. Eine Nebelwand zwang die Vögel auf Feldern und Wiesen  zu landen. 


Fotoaufnahmen: Günter Lessenich/NABU Euskirchen