– uralt, geheimnisvoll und nicht ungefährlich
Der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) ist eine der auffälligsten Farnarten unserer Landschaft. Mit seinen großen, ausladenden Wedeln prägt er Waldränder und Lichtungen – und verleiht ihnen eine beinahe geheimnisvolle, urtümliche Stimmung.

Seinen Namen verdankt er einem besonderen Detail: Im Querschnitt seines Stängels zeigt sich die Form eines Adlers. Dieses Bild regte schon früh die Fantasie der Menschen an. So galt der Farn in
früheren Zeiten als magische Pflanze, der man Schutz und verborgene Kräfte zuschrieb.
Seine eigentliche Faszination liegt jedoch in seinem Alter: Während die Wedel jedes Jahr neu wachsen, kann das unterirdische Rhizom viele Jahrzehnte, teils über 100 Jahre alt werden. Farne selbst
existieren sogar seit mehr als 300 Millionen Jahren – lange bevor Dinosaurier die Erde bevölkerten. Der Adlerfarn wirkt daher wie ein lebendiger Zeuge dieser fernen Vergangenheit.

Doch bei aller Faszination ist Vorsicht geboten: Der Adlerfarn ist stark giftig. Besonders für Weidetiere wie Schafe, Pferde und Rinder kann sein Verzehr gefährlich bis tödlich sein.
Der Adlerfarn ist eine konkurrenzstarke, klonal wachsende Art, die sich über ausgedehnte Rhizomsysteme rasch ausbreitet und dichte, lichtabschirmende Bestände bildet. Dadurch kommt es zu einer
starken Reduktion der Kraut- und Strauchschicht und somit zu einem Rückgang der floristischen Diversität. Zudem zeigt Adlerfarn allelopathische Effekte und beeinflusst über schwer zersetzbare
Streu die Bodenchemie und Nährstoffdynamik. In der Forstwirtschaft hemmt er die Naturverjüngung, da Keimlinge durch Beschattung und mechanische Barrieren in ihrer Entwicklung eingeschränkt
werden. Insgesamt wirkt er somit als ökosystemverändernde Art mit negativen Auswirkungen auf Biodiversität und Waldentwicklung.
Text: Claudia Rapp-Lange / NABU Euskirchen
