Feuersalamander - ein Portrait

Der geheimnisvolle Bewohner feuchter Wälder

©Uwe Arndt
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Der Feuersalamander gehört zu den bekanntesten Amphibien Europas und fasziniert Menschen seit Jahrhunderten. Besonders auffällig ist seine leuchtend gelb-schwarze Färbung, die ihn unverwechselbar macht. Diese Zeichnung dient als Warnsignal für mögliche Fressfeinde, denn die Haut des Feuersalamanders enthält giftige Abwehrstoffe. Interessant dabei: Kein Tier sieht exakt aus wie ein anderes – jedes Muster ist individuell, ähnlich wie ein Fingerabdruck.


Feuersalamander gehören zur Familie der Echten Salamander und zählen zu den sogenannten Schwanzlurchen. Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens an Land, sind jedoch für ihre Fortpflanzung auf saubere Gewässer angewiesen.


Lebensraum und Vorkommen

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Feuersalamander lieben feuchte, kühle und strukturreiche Wälder. Besonders wohl fühlen sie sich in naturnahen Laub- und Mischwäldern mit kleinen Bachläufen, Quellbereichen und moosreichen Böden. Dort finden sie ideale Bedingungen: hohe Luftfeuchtigkeit, niedrige Temperaturen und zahlreiche Versteckmöglichkeiten.


Typische Rückzugsorte sind:

  • Totholz                                                       
  • Felsspalten 
  • Wurzelbereiche 
  • Steinhaufen 
  • Mauerspalten 
  • Laubschichten am Waldboden 


Da ihre Haut ständig feucht bleiben muss, reagieren Feuersalamander äußerst empfindlich auf Trockenheit und Umweltveränderungen.
Verbreitet ist der Feuersalamander vor allem in Mittel- und Südeuropa. In Deutschland liegen wichtige Vorkommen unter anderem in der Eifel, im Sauerland, Schwarzwald und Rheinland.


Größe, Alter und Aussehen

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Erwachsene Feuersalamander erreichen eine Länge von etwa 15 bis 25 Zentimetern. Weibchen werden häufig etwas größer und kräftiger als Männchen. Das Gewicht liegt in der Regel zwischen 20 und 40 Gramm.
In freier Natur können Feuersalamander erstaunlich alt werden. Viele Tiere erreichen ein Alter von 15 bis 20 Jahren. In geschützten Lebensräumen oder in menschlicher Obhut sind sogar über 30 Jahre möglich.
Die glänzende Haut ist nicht nur ein Schutzorgan, sondern auch lebenswichtig für die Atmung und den Wasserhaushalt. Deshalb reagieren Feuersalamander extrem empfindlich auf Chemikalien, Pestizide und verschmutztes Wasser. 


Verhalten und Lebensweise

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Feuersalamander sind überwiegend nachtaktiv. Besonders bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit verlassen sie ihre Verstecke und gehen auf Nahrungssuche. Temperaturen zwischen etwa 5 und 15 °C bieten ideale Bedingungen für ihre Aktivität.
Tagsüber verstecken sich die Tiere unter Holz, Steinen oder im Boden. Sie gelten als sehr standorttreu und nutzen oft über Jahre hinweg dieselben Wege und Verstecke. Viele Tiere kehren immer wieder exakt an denselben Ort zurück.


Die Verständigung erfolgt eher indirekt. Feuersalamander kommunizieren über:

  • Körperhaltung 
  • Berührungen 
  • Duftstoffe 
  • Bewegungen 

Echte Rufe oder Lautäußerungen wie bei Fröschen gibt es nicht. Dafür reagieren sie äußerst sensibel auf Gerüche und Vibrationen.  


Nahrung und Jagdverhalten

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Feuersalamander sind langsame, aber gezielte Jäger. Sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen wirbellosen Tieren, die sie nachts am Waldboden finden.


Zu ihrer Nahrung gehören unter anderem:

  • Regenwürmer 
  • Schnecken 
  • Asseln 
  • Insekten 
  • Spinnen 
  • kleine Larven 

Die Beute wird langsam verfolgt und dann blitzschnell geschnappt. 


Paarung und Fortpflanzung

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Die Paarungszeit findet vor allem im Frühjahr und Herbst statt – häufig in feuchten Nächten. Anders als viele andere Amphibien erfolgt die Paarung an Land. 


Das Männchen setzt dabei ein sogenanntes Spermapaket, die Spermatophore, ab. Das Weibchen nimmt diese auf, wodurch die Befruchtung im Körper stattfindet.

 

Eine Besonderheit des Feuersalamanders ist seine Fortpflanzung: Die Weibchen legen keine Eier wie Frösche oder Kröten. Stattdessen bringen sie lebende Larven zur Welt.

 

Nach mehreren Monaten Tragzeit suchen die Weibchen gezielt kleine, saubere und sauerstoffreiche Gewässer auf, um die Larven abzusetzen. Besonders geeignet sind:

  • kleine Bäche 
  • ruhige Wasserzonen 
  • Quellbereiche 
  • fischfreie Gewässer 

Ein Weibchen bringt zwischen 20 und 70 Larven zur Welt, häufig etwa 30 bis 40. Große Weibchen können deutlich mehr Nachwuchs haben. 


Entwicklung der Larven

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Die Larven leben zunächst mehrere Monate im Wasser und besitzen auffällige äußere Kiemen. Dort ernähren sie sich räuberisch von kleinen Wasserorganismen und Insektenlarven.


Nach etwa 2 bis 6 Monaten erfolgt die Metamorphose zum Landsalamander. Dabei bilden sich die Kiemen zurück und die Tiere verlassen das Wasser.

 

Nur ein kleiner Teil der Larven überlebt bis zum Erwachsenenalter. Viele sterben durch:

  • Trockenheit 
  • Fressfeinde 
  • schlechte Wasserqualität 
  • Krankheiten 
  • Straßenverkehr 
  • Veränderungen der Gewässer 

Feinde und Gefahren

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Trotz ihrer giftigen Haut haben Feuersalamander natürliche Feinde. Dazu zählen unter anderem:

  • Wildschweine 
  • Ratten 
  • verschiedene Vogelarten 
  • Fische, die Larven fressen 

Eine der größten Gefahren geht jedoch vom Menschen aus.

Besonders problematisch sind:

  • Straßenverkehr während der nächtlichen Wanderungen 
  • Lebensraumverlust durch Bebauung und Waldumbau 
  • Trockenheit infolge des Klimawandels 
  • Pestizide und Herbizide 
  • Gewässerveränderungen 

Da die Haut Schadstoffe direkt aufnimmt, reagieren Feuersalamander extrem empfindlich auf Umweltgifte.


Der gefährliche Hautpilz Bsal

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Eine der größten Bedrohungen für den Feuersalamander ist der Hautpilz Bsal. Der Name steht für Batrachochytrium salamandrivorans und bedeutet sinngemäß „Salamanderfresser“. 


Der vermutlich aus Asien eingeschleppte Pilz befällt die Haut der Tiere und zerstört das Gewebe. Oft führt die Erkrankung innerhalb kurzer Zeit zum Tod. Ganze Populationen können dadurch zusammenbrechen.

 

Typische Symptome sind:

  • Hautveränderungen 
  • Geschwüre 
  • Bewegungsstörungen 
  • Teilnahmslosigkeit 

Übertragen wird der Pilz unter anderem durch:

  • Wasser 
  • Schuhe 
  • Hunde 
  • Ausrüstung 
  • andere Amphibien 

Deshalb ist Hygiene in Salamandergebieten besonders wichtig. 


Schutz des Feuersalamanders

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Der Feuersalamander ist in Deutschland besonders geschützt und zählt europaweit zu den geschützten FFH-Arten.

 

Das bedeutet: 

  • Tiere dürfen nicht gefangen werden 
  • Störungen sind verboten 
  • Lebensräume stehen unter besonderem Schutz 

Wichtige Schutzmaßnahmen sind:

  • Tiere niemals anfassen oder umsetzen 
  • Schuhe und Ausrüstung reinigen bzw. desinfizieren 
  • sensible Lebensräume nicht betreten 
  • keine Tiere zwischen Gebieten transportieren 
  • Fundorte gefährdeter Populationen nicht veröffentlichen 

Bedeutung für Natur und Umwelt

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Feuersalamander sind ein wichtiger Bestandteil des Waldökosystems. Sie regulieren kleine Bodenlebewesen und tragen zum natürlichen Gleichgewicht bei. 


Gleichzeitig gelten sie als sogenannte Zeigerart: Wo Feuersalamander vorkommen, sind Wälder und Gewässer oft noch intakt und ökologisch wertvoll.

 

Da Amphibien weltweit zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen gehören, ist ihr Schutz besonders wichtig. Das Verschwinden von Feuersalamandern kann ein Warnsignal für Probleme im gesamten Ökosystem sein.

 

Der Feuersalamander ist damit nicht nur ein faszinierendes Tier, sondern auch ein bedeutendes Symbol für gesunde Natur, saubere Gewässer und lebendige Wälder.


Text: Harri Schappalz / NABU Euskirchen