Stunde der Gartenvögel mit Rekord-Beteiligung

mit über 76.000 auf Höhenflug/Insektenfresser im Sinkflug

Das Interesse an der heimichen Vogelwelt war riesig. Foto: NABU/Sebastian Hennigs
Das Interesse an der heimichen Vogelwelt war riesig. Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Berlin - Kreis Euskirchen - Die „Stunde der Gartenvögel“ auf steilem Höhenflug: Mit über 76.000 Teilnehmern erreicht Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion eine Rekord-Beteiligung. Aus über 51.000 Gärten wurden dem NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) über 1,6 Millionen Vögel gemeldet. Das Endergebnis der Zählung liegt nun vor.

 

„So viele Vogelfreunde wie noch nie haben mitgemacht – ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr. Wir freuen uns sehr über das riesige Interesse an der heimischen Vogelwelt“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die Rekord-Beteiligung zeigt, wie sehr das Thema Artenschutz bewegt. Die Menschen sind aufgerüttelt und wollen, dass endlich mehr getan wird, um das verheerende Artensterben zu stoppen.“

 

Gartenvögel geht es besser als Feldvögel

Anhaltende Rückgänge seit Beginn der Stunde der Gartenvögel im Jahr 2005 beim Mauersegler.  Foto: NABU/ Günter Lessenich
Anhaltende Rückgänge seit Beginn der Stunde der Gartenvögel im Jahr 2005 beim Mauersegler. Foto: NABU/ Günter Lessenich

Auch bei den Gartenvögeln, denen es immer noch viel besser geht als den Feldvögeln, macht sich offensichtlich der Insektenschwund bemerkbar. Während sich insgesamt bei den Gartenvögeln Zu- und Abnahmen die Waage halten, gibt es bei den reinen Insektenfressern in den Gärten keine Gewinner: Von den neun häufigsten Insektenfresser-Arten nehmen sechs deutlich ab, nur drei können ihre Bestände halten. Besonders dramatisch sind die anhaltenden Rückgänge seit Beginn der Stunde der Gartenvögel im Jahr 2005 bei Mauersegler mit minus sieben Prozent pro Jahr, Mehlschwalbe mit minus fünf Prozent pro Jahr und Hausrotschwanz mit einem Minus von vier Prozent pro Jahr. Auch Mönchsgrasmücke, Zaunkönig und Zilpzalp nehmen in den Gärten deutlich ab.

 

Deutschlandweit wurden in diesem Jahr pro Garten im Schnitt 32 Vögel gesichtet. Damit liegt dieses Endergebnis sechs Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Einen deutlichen Abwärtstrend der Gesamtzahl an Gartenvögeln kann man jedoch bisher nicht feststellen. Pro Garten konnten innerhalb der Zählstunde durchschnittlich 11 Vogelarten entdeckt werden. Dieser Wert liegt im Bereich des langjährigen Mittels.

 

Der Haussperling liegt unangefochten an der Spitze der häufisten Gartenvögel  Foto: NABU/Günter Lessenich
Der Haussperling liegt unangefochten an der Spitze der häufisten Gartenvögel Foto: NABU/Günter Lessenich

Gute Nachrichten gibt es bei den Spatzen: Der Haussperling kann ein Plus von sieben Prozent verbuchen und liegt mit seinem bisher besten Ergebnis von durchschnittlich 5,34 Exemplaren pro Garten unangefochten an der Spitze der häufigsten Gartenvögel. Auch sein Cousin, der Feldsperling gewann acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und zeigt damit wie der Haussperling einen langjährig deutlich steigenden Bestand. Nach den jahrzehntelangen Rückgängen beider Arten, die dazu geführt hatten, dass sie auf der Vorwarnliste der Roten Liste gelandet waren, ist das sehr erfreulich. „Beide Arten haben offenbar vom warmen, trockenen Sommer 2018 profitiert“, so NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion.

Außer für die Insektenfresser gibt es schlechte Nachrichten für die Amsel, immer noch Nummer zwei der häufigsten Gartenvögel: Die Amsel setzt ihren steten Negativ-Trend weiter fort und erreicht mit 2,93 Vögeln pro Garten ihr bisher schlechtestes Ergebnis – elf Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist besonders in den Gebieten stark, in denen das tödliche Usutu-Virus im vergangenen Jahr erstmals nachgewiesen wurde. „Das zeigt, dass der Rückgang der Amselpopulation auch mit dem Auftreten von Usutu zusammenhängt“, so Adrion.

 

Wer Amsel, Drossel, Fink und Star helfen möchte, der sollte seinen Garten oder Balkon vogelfreundlichen gestalten. Tipps dazu gibt es unter www.NABU.de/balkon und www.NABU.de/vogelgarten .

 

Hohe Teilnahmezahl im Kreis Euskirchen

Beteiligung von 2017 übertroffen

Hohe Teilnahmezahl im Kreis Euskirchen. 398 Vogelfreunde nahmen an der Aktion teil. Foto: Sebastian Hennings
Hohe Teilnahmezahl im Kreis Euskirchen. 398 Vogelfreunde nahmen an der Aktion teil. Foto: Sebastian Hennings

Kreis Euskirchen - Rekordzahlen gibt es auch aus dem Kreis Euskirchen zu verzeichnen. Waren es 2017 noch 289 Vogelfreunde die an der Aktion "Stunde der Gartenvögel" teilnahmen, sind es dieses Jahr 398 Vogelfreunde. Der NABU Euskirchen freut sich über die hohe Beteiligung.

 

„Die gute Beteiligung zeigt, dass viele Menschen ein großes Interesse an der  Natur haben und bereit sind, sich für den Erhalt der Artenvielfalt zu engagieren“. So wurden aus 277 Gärten, 10480 Vögel gezählt.

Spatz wieder auf Platz eins der Vogelzählung im Kreis Euskirchen   Foto:NABU/Günter Lessenich
Spatz wieder auf Platz eins der Vogelzählung im Kreis Euskirchen Foto:NABU/Günter Lessenich

An der Spitze der häufigsten Vogelarten liegt  im Kreis der Haussperling mit 2190 Zählungen und kann somit ein Plus von  zwanzig Prozent  gegenüber dem Vorjahr verbuchen, mit durchschnittlich 7,91 Exemplaren  pro Garten.  Auf  Rang zwei die Amsel 865 Zählungen mit einem Minus von 10 Prozent mit durchschnittlich 3,12 Exemplaren pro Garten und auf Rang drei die Blaumeise  732 Zählungen mit einem Plus von 10 Prozent  und durchschnittlich 3,01 Exemplaren pro Garten.

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