Der NABU Euskirchen erinnert mit einem neu geschaffenen Schild an die Unterstützung durch Elke Kriewald für den Naturschutz im Kreis Euskirchen.
Foto: Ulrich Pohl/NABU Euskirchen
Frau Kriewald hat mit einer großzügigen Spende aus ihrem Erbe dafür gesorgt, dass der NABU sich für wichtige Projekte des Natur- und Artenschutzes einsetzen kann.
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Dokumentation
vom Umbau des ehemaligen Trafoturm zum Artenschutzturm in 53909 Zülpich – Füssenich
Foto: Ehemaliger Trafoturm am Sportplatz in Füssenich Ein Gerüst wurde am Trafoturm aufgebaut
1. Der ehemalige Trafoturm in Zülpich – Füssenich
Im Jahr 2016 wurde vom NABU – Kreisverband Euskirchen angestrebt, den ehemaligen Trafoturm am Sportplatz in 53909 Zülpich – Füssenich zu übernehmen und ihn zu einem Artenschutzturm umzubauen. Nach längeren Planungen und dem Beantragen von Fördergeldern war der Umbau für den Herbst 2018 eingeplant. Da aber erst noch am Turm wucherndes Efeu entfernt werden sollte, kam ein folgenschwerer Unfall von meiner Seite dazwischen und der Umbau wurde nach einer langwierigen Regeneration im Juni 2019 begonnen. Kurz vorher war vom Dachdecker ein Gerüst am Turm aufgebaut worden, der das Dach neu abdichten und eine neue Regenrinne anbauen sollte.
2. Die Umbauten am neuen Artenschutzturm
Zu Beginn wurden die Arbeiten außen am Turm durchgeführt, da der Dachdecker eigentlich frühzeitig sein Gerüst wieder abbauen wollte. Erst wurden Fledermausspaltenquartiere um die vier Ecken vom Turm unter der Betonüberdeckung angebracht. Es wurde mit einer Boden – Deckel – Schalung aus Douglasienholz ein Spaltenquartier gebaut, die von vielen Fledermausarten genutzt werden kann. Das Grundgerüst besteht aus Dachlatten, auf die ca. 60 cm lange Douglasienbretter auf Abstand geschraubt werden. Über den Zwischenraum wird dann ein Deckel aus einem Douglasienbrett aufgeschraubt und die Fledermäuse fliegen unter dem Deckel ein. Das ergibt ein Spaltenquartier von mindestens 23 mm bis ca. 45 mm Tiefe. Weiter oben im Spaltenquartier gibt es auch noch geräumigere Bereiche.
Abb 1.: Unterlattung vom Spaltenquartier
Abb 2.: Boden-Deckel-Schalung im Bau
Abb.3.: Boden-Deckel-Schalung
Abb.4.: Fertig angepasstes Spaltenquartier
Anschließend wurden die Nisthilfen für Brutvögel außen am Gebäude angebracht. An der Südseite zum Sportplatz hin und der Nordseite in Richtung vom Kindergarten wurden je zwei Doppelnester für Mehlschwalben auf das Spaltenquartier montiert. An der Südseite wurden weiterhin ein Sperlingskoloniekasten, eine Halbhöhle und ein Meisenkasten in ca. 3,5 m Höhe angebracht, damit man auch zum Reinigen gut an die Kästen kommt.
Abb.5.: Mehlschwalbendoppelnest
Abb.6.: 4 Hangplätze der Schwalbennester
Unter dem Dachüberstand wurden auf der Süd- und der Nordseite jeweils ein Mauerseglerkasten mit drei Brutplätzen und dem Einflug auf der Unterseite montiert. An der Nordseite wurde ein Mauerseglerkasten mit vier Brutplätzen und dem Einflug auf der Vorderseite direkt unter der Betonplatte aufgehangen. So können sich die Mauersegler den geeigneten Brutplatz aussuchen, denn von den drei Seiten gibt es einen freien Anflug an den Turm. Die Westseite vom Turm ist durch die Bäume ungeeignet für Schwalben und Mauersegler.
Abb.6.: Meisenkasten und Halbhöhle
Abb.6.: 4-er Sperlingskoloniekasten
Abb.7.: 3-er Mauerseglerkasten
Abb.7.: Mauerseglerkasten mit seitlichen Loch
Abb.8.: Kästen auf der Nordseite
Abb.9.: Halbhöhle und Dreiecksnistkasten
An der Ostseite zum Kindergarten hin wurden ein Dreiecksnistkasten für Meisen und eine Halbhöhle in ca. 3,5 m Höhe angebracht. Auf der Nordseite hängen ein Meisennistkasten und eine Halbhöhle. An der Westseite hängt neben dem Meisenkasten in Richtung Bach ein weiterer Meisennistkasten zur anderen Ecke hin. Die ehemalige große Öffnung wurde mit einer Siebdruckplatte verschlossen und über der Platte gibt es einen 2 – 4 cm breiten Spalt, wo Fledermäuse in das Innere vom Turm einfliegen können.
Abb.10.: Meisenkasten auf Westseite
Abb.11.: Einflugspalt über Siebdruckplatte
Auf der Südseite wurden zwei Dohlenkästen hinter den Isolatorendurchlässen eingebaut und die Kästen wurden an der Innenseite montiert.
Abb.12.: Einflüge in die Dohlenkästen
Abb.13.: 2 Dohlenkästen an der Südseite
In der Ostseite zum Kindergarten waren auch in früheren Jahren Isolatoren angebracht, die aber später entfernt und die Öffnungen mit Beton verschlossen wurden. Hier wurde ein größerer Spalt in die Mauer geklopft und ein Turmfalkenkasten wurde an der Innenseite montiert. Turmfalken bevorzugen Brutplätze an Türmen und wollen auch gerne einen größeren Einflug mit einem Podest davor, damit die Jungvögel ihre Flügel trainieren können.
Abb.14.: Einflug und Sitzplatz am Kasten
Abb.15.: Turmfalkenkasten an Innenseite
Im Inneren vom Turm wurde eine Zwischendecke aus Holz eingezogen, damit man die Kästen sicher kontrollieren und reinigen kann. Auch eine Leiter wurde zum Aufstieg gebaut und ein Geländer um die Zwischendecke gebaut.
Abb.16.: Zwischendecke aus OSB-Platten
Abb.17: Holzleiter zum Aufstieg
Die Umbauarbeiten wurden am 08.10.2019 abgeschlossen. Nachdem die Dachdeckerfirma Albert Ruland die Regenrinne aus Edelstahl und die Dacheindeckung aus Wurzelfester Bitumenschweißbahn angebracht hat, sind die Arbeiten am Artenschutzturm vorerst abgeschlossen. Im Frühjahr 2020 sollen im inneren des Turmes Hangplätze für Fledermäuse angebracht werden.
Im nächsten Schritt gehen wir in die Planung eines Storchennestes auf dem Turm. Zu diesem Zweck sind bereits die höherwertigen Materialien für die Regenrinne und die Dacheindeckung ausgewählt worden.
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